Dienstag, 5. November 2019

Das Sanatorium zur Todesanzeige

Polen 1973, 124 Min.
Regie: Wojciech Jerzy Has

Józef besucht seinen Vater im Sanatorium zur Todesanzeige, dem Ort des Versprechens, dem Tod entkommen zu können. Dafür wird der Zeitverlauf zurückgedreht. Für Józef beginnt damit eine Odyssee durch das allmählich zerfallende Zeit-Raum-Fenster einer jüdisch geprägten Kleinstadt in Galizien, während derer er in surrealistische Geschehnisse verwickelt wird. Diese gibt den Blick auf die polnische phantasmagorische Vorstellungswelt, insbesondere die jüdisch-polnischen Verhältnisse vor dem Holocaust, frei.

Dieses einzigartige Meisterwerk des surrealistischen Films wurde unter erschwerten Bedingungen des Realsozialismus und der antizionistischen Hetze in der Folge des Sechstagekrieges realisiert. Da die staatlichen Behörden die Aufführung des Filmes verboten, erreichte der Film die Öffentlichkeit erst auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1973, für die er aus Polen geschmuggelt werden musste. Für den Regisseur Wojciech J. Has bedeutete dies zweierlei: den Preis der Jury und ein langjähriges Berufsverbot.

Pressebilder zu »Das Sanatorium zur Todesanzeige«

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