Wir freuen uns Konstantin Bock am 18. und 19.01. zur Premiere von Capernaum zu einem Filmgespräch begrüßen zu können.

Freitag, 25. Januar 2019

Geschichten vom Kübelkind

Unser Foyer wird zum Kneipenkino und wir freuen uns auf die Wiederbelebung eines historischen Kinoexperiments. Im Foyer des Kinos wird es ausreichend Getränke geben und die Menükarte vom Kübelkind wird wieder auferstehen. Sie entscheiden per Stimmkarte welche Episode sie sehen wollen und wie lange der Abend dauern wird.

BRD 1971, 22 Episoden, 220 Min.
Regie: Ulla Stöckl | Edgar Reitz

„Die Geschichten vom Kübelkind sind für unser Land eine cineastische Revolution …“ schrieb am 23.7.1971 die ZEIT.

Ulla Stöckl und Edgar Reitz drehten die Geschichten vom Kübelkind ausschließlich mit Freund*innen. Heraus kam eine Serie von 22 unterschiedlich langen 16-mm-Kurzfilmen, mit der sie sich radikal außerhalb des Systems Kino positionierten. Der erste Aufführungsort war ein Münchner Kabarett-Theater, welches nach der regulären Vorführung zum „Kneipenkino“ umfunktioniert wurde, wo sich die Gäste einzelne Kübelkind-Folgen anhand einer Menükarte bestellen konnten. 1971 liefen die Geschichten vom Kübelkind im 1. Internationalen Forum des Jungen Films.

Jetzt liegen die Filme restauriert wieder vor und wir holen ein Stück Kinogeschichte zurück. Im Foyer des Kinos wird es ausreichend Getränke geben und auch die Menükarte vom Kübelkind wird wieder auferstehen. Sie entscheiden per Stimmkarte was sie als nächstes sehen wollen und wie lange der Abend dauern wird.

Das Kübelkind ist eine anarchisch-ausser-soziale Kunstfigur, die unfreiwillig gegen die verengten gesellschaftlichen Verhältnisse kämpft. Sie erwächst aus einer Plazenta, entsorgt in einer Krankenhausmülltonne. Stets im roten Kleid und mit roten Strümpfen entdeckt sie die Welt um sie herum. Sie lernt neugierig, was von ihr erwartet wird und viel darüber hinaus. Dieses Zuviel und ihr Nachfragen, sprengen den Rahmen des Anerkannten. Sie wird missverstanden, eckt an, wird abgestraft, geschändet, ermordet und ist doch nicht tot zu kriegen. Ihre Geschichten haben alle möglichen Zeiten und spielen in allen möglichen Zeiten. Und egal, was dem Kübelkind widerfährt, ob sie überlebt oder stirbt, ihr Motto bleibt: „Wenn man erst tot ist, wird das Leben wieder schön!“

Pressebilder zu »Geschichten vom Kübelkind«

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