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Freitag, 20. Mai 2016

Vortrag: Fluchtursachen bekämpfen – aber richtig.

Vortrag und Diskussion zu den strukturellen Hintergründen von Flucht und Migration aus Afrika

Referenten: Olaf Bernau und Ousman Oumarou Hamani

Angesichts der aktuellen Debatte um Geflüchtete und Migrant_innen ist derzeit wieder viel von „Fluchtursachen“ die Rede, die es zu „bekämpfen“ gelte. Das klingt gut, ist aber aus dem Munde der offiziellen Politik grotesk, bisweilen auch heuchlerisch. Denn die EU präsentiert sich gerne als Feuerwehr, wo sie doch selbst all zu häufig als Brandstifterin agiert – gerade in zahlreichen Ländern Afrikas. Die Menschen kommen nicht aus Abenteuerlust, sondern weil ihre Existenzgrundlagen zerstört werden – ob durch Ressourcenkonflikte, Landgrabbing, ungleiche Handelsbeziehungen oder verschuldungsbedingte IWF-Strukturanpassungsprogramme. All dies ist Ergebnis politisch-ökonomischer Macht- und Dominanzverhältnisseverhältnisse, bei denen Europa seit kolonialen Zeiten am Drücker sitzt, nicht selten im Ping-Pong mit korrupten, machtversessenen und undemokratischen Eliten im Süden des Globus. In der Veranstaltung soll dies am Beispiel der beiden Sahelländer Mali und Niger thematisiert werden. Dabei möchten wir mit Bezug auf die Erfahrungen von Afrique-Europe-Interact darüber berichten, wo die Chancen und Herausforderungen in der praktischen Zusammenarbeit zwischen Basisbewegungen in afrikanischen und europäischen Ländern liegen.

Olaf Bernau (NoLager Bremen) und Ousman Oumarou Hamani sind in dem Netzwerk „Afrique-Europe-Interact“ aktiv.

Afrique-Europe-Interact ist ein kleines, transnational organisiertes Netzwerk, das 2009 gegründet wurde. Beteiligt sind Basisaktivist_innen vor allem in Mali, Togo, Deutschland, Österreich und den Niederlanden – unter ihnen zahlreiche selbstorganisierte Geflüchtete, Migrant_innen und Abgeschobene. Afrique-Europe-Interact verfolgt insbesondere zwei Zielsetzungen: Einerseits unterstützen sie Flüchtlinge und Migrant_innen in ihren Kämpfen um Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte – ob in den Ländern des Maghreb, auf dem Mittelmeer oder innerhalb der Festung Europa. Andererseits sind sie an sozialen Auseinandersetzungen um gerechte bzw. selbstbestimmte Entwicklung beteiligt. Denn das Recht auf globale Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit ist nur die eine Seite der Medaille. Nicht minder wichtig ist das Recht zu bleiben, also die Möglichkeit, zu Hause bzw. im Herkunftsland ein Leben unter sicheren, würdigen und selbstbestimmten Bedingungen führen zu können.

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