USA 2017, 141 Min.
Regie: Patty Jenkins

Wonder Woman wird in ihrem Film nicht ein einziges Mal Woman genannt – ein erster Beweis dafür, dass Regisseurin Patty Jenkins einen deutlich erwachseneren Film gedreht hat. Die Heldin heißt Diana und lebt gemeinsam mit einem Amazonen-Stamm, der ausschließlich aus Frauen besteht, auf einer versteckten Insel. Ihre Aufgabe: trainieren, trainieren, trainieren. Für den Fall, dass Kriegsgott Ares auf die Erde zurückkehrt und die weiblichen Überbleibsel einer verlorenen Mythologie eingreifen müssen.

Ares stört den Frieden auf der Insel nicht, dafür aber der amerikanische Soldat/Spion Steve Trevor, der von Chris Pine gespielt wird. Er hat in den Wirren des Ersten Weltkriegs Pläne zur Herstellung von chemischen Waffen gestohlen und will sie den Briten bringen, um dadurch eine weitere Katastrophe und den Sieg der Deutschen zu verhindern. Nach einer kurzen Schlacht am Strand der Amazonen-Insel zieht Diana mit Steve in den Krieg. Im Gepäck: Schwert, Schild und der naive Glauben, dass irgendwo auf Europas Schlachtfeldern Ares getötet werden muss. Es wird ein harter Weg bis Sie erkennen muss, dass es so einfach nicht geht …

Patty Jenkins hat 2003 „Monster“ mit Charlize Theron gedreht, nun ist sie die erste Frau, die einen Film mit einem Budget jenseits der 100 Millionen Dollar drehen kann. An den Erfolg des Films hatten nur wenige geglaubt, doch mittlerweile hat er mehr als 800 Millionen Dollar eingespielt und ist nach „Die Schöne und das Biest“ der erfolgreichste Film in diesem Jahr auf dem amerikanischen Markt und wurde weltweit gefeiert. Nur im Libanon und in Tunesien ist der Film zurzeit nur illegal zu sehen, da er wegen der israelischen Hauptdarstellerin Al Gadot verboten wurde.

Wie kein anderes Werk der Gattung in den vergangenen Jahren stellt Wonder Woman von Patty Jenkins und Allan Heinberg wichtige weltanschauliche Grundlagen des Superheldenwesens in kluger und kurzweiliger Weise in Frage und sieht dabei auch noch hervorragend aus. Das ist auch Gal Gadot zu danken, die sich als Amazonenprinzessin Diana alias Wonder Woman mit Souveränität und schlau zweifelnder Naivität, mit hoher Körperbeherrschung und intelligenter Unsicherheit angesichts einer unbegreiflich irrsinnigen Welt in das Getümmel stürzt. Vor allem aber gelingt es der Regisseurin Jenkins und ihrem Drehbuchautor Heinberg, den befremdeten Blick der weiblichen Heldin auf die männliche Welt ohne Parodie und Albernheit zu inszenieren und damit eine Art feministischen – oder sagen wir wenigstens: männlichkeitskritischen – Gegenentwurf zu den Superhelden-Filmen der vergangenen Jahre zu schaffen.
Die Zeit

Das Großartige an »Wonder Woman« ist nicht, dass endlich eine Frau einen Superheldenfilm macht, sondern dass ihr ein frischer Blick auf das ausgelutschte Genre gelingt.
Süddeutsche Zeitung

Das Warten auf »Wonder Woman« hat sich gelohnt: Mit der Comic-Adaption von Patty Jenkins erhält das DC-Universum eine umwerfende Heldin und ein Action-Abenteuer, das vieles anders und vor allem besser macht.
spiegel online

Der Plan, mit dem Diana in den Krieg zieht, ist zwar von Vornherein zum Scheitern verurteilt, doch Patty Jenkins vollbringt in der Zeichnung der Figur etwas ganz Wunderbares. Die Heldin ist zwar naiv, aber keineswegs dumm. Dazu ist sie zwar schön, aber kein Sexsymbol. „Wonder Woman“ findet ein elegantes Mittelmaß bei der Darstellung von Stärken und Schwächen der Heroine, die in den Krieg geworfen wird und am Ende immer noch edel ist. Nur jetzt eben etwas weiser und trauriger als zuvor. Man kann sich leicht vorstellen, mit welchem Neid Scarlett Johansson diesen Film schauen wird. In den Marvel-Filmen ist sie in der Theorie die starke, selbstbewusste Heldin. In der Praxis wird sie aber immer wieder zur Lederschlampe degradiert, die je nach Film mit einem anderen männlichen Helden flirten muss. Gal Gadot darf hingegen in einer wahrhaft heroischen und aufregenden Sequenz ein belgisches Dorf befreien und trauern, wenn ihre Kräfte am Ende doch nicht reichen, um alle Zivilisten zu retten.
musikexpress

Trailer zu »Wonder Woman«

Pressebilder zu »Wonder Woman«

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