USA 2016, 105 Min.
Regie: Kelly Reichardt

In ihrem schönen neuen Film verknüpft Kelly Reichardt (Old Joy, Wendy & Lucy, Meek’s Cutoff, Night Moves) lose drei Geschichten mit vier Frauen in Livingston, Montana, oder vier Autostunden davon entfernt:

Laura ist Anwältin, die einen verzweifelten Klienten davon überzeugen will, dass eine Arbeitsrechtsklage erfolglos sein wird. Gina und ihr Mann Ryan beginnen mitten im Wald mit dem Bau eines eigenen Hauses und möchten dafür dem alten Nachbarn die Natursteine abluchsen, und haben eine schwer pubertierende Tochter im Gepäck. Die junge Pferdepflegerin Jamie verliebt sich in Beth, die ihr Jurastudium gerade abgeschlossen hat und als ersten Job Abendschulunterricht auf dem Land gibt.

Der Film, basierend auf Kurzgeschichten der Schriftstellerin Maile Meloy, verweigert sich der Zuschreibung von üblichen Frauen-Filmfigur-Klischees (von der „starken Frau“ bis zum „Opfer“). Er gewinnt dadurch realistische, nachvollziehbare Charaktere, die sich mit alltäglichen Problemen herumschlagen. Mit aller Ruhe und besonderer Aufmerksamkeit fürs Subtile und für Zwischentöne ermöglicht Certain Women ein wunderbar angenehmes, gelassenes Schauen, das es natürlich in sich hat: gerade das scheinbar Nebensächliche, die alltäglichen Kleinigkeiten prägen hier Beziehungen und Verhältnisse, nicht große Ereignisse.

„Die wunderbare Laura Dern, die subtile Michelle Williams, die stille Kristen Stewart und die vielleicht berührendste unter ihnen, die eigensinnige Lily Gladstone, machen Certain Women zu einem herausragenden Kinoereignis. … Erneut erweist sich Reichardt als Meisterin, Inhalte über Bilder zu transportieren, die ohne redundante Dialoge, ohne umständliche Erklärungen auskommen, und aus einer puren visuellen Kraft geschöpft sind.“
Viennale

Trailer zu »Certain Women«

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