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Deutschland 1944, 85 Min.
Regie: Veit Harlan

Nach der Hochzeit mit seiner Cousine Octavia zieht Albrecht Froben in ein Haus, in dessen Nachbarschaft die attraktive Aels lebt. Ihre Freundschaft wird von Octavia akzeptiert. Nachdem Aels an einem alten Leiden erkrankt und bettlägerig ist, reitet Albrecht jeden Morgen an ihrem Fenster vorbei und grüßt sie durch eine bestimmte Geste. Als er selber wegen einer Typhuserkrankung dem Tode nahe ist, übernimmt Octavia das morgendliche Ritual, damit Aels sich nicht sorgt.

Albrecht kommt von seiner großen Liebe, der exotisch-lebenslustigen Aels, selbst nach seiner Heirat mit der kühlen Senatorentochter Octavia nicht los. Erst nach Aels dramatischen Tod finden die Eheleute zu einer gemeinsamen Zukunft zueinander.

Über Jahrzehnte war dieser Film nur selten, nur in ausgewählten Vorstellungen zu sehen. Denn es gab nur zwei erhaltene Filmkopien, bislang keine Restaurierung.

Jetzt wurde »Opfergang«, das umstrittene Melodram des NS-Regisseurs Veit Harlan, einer der letzten Filme des nationalsozialistischen Deutschlands umfangreich restauriert und ist erstmals in Oldenburg zu sehen.

Morbidität und geballte Sehnsucht hat sich immer durch die Filme des Dritten Reichs geschleppt. Deren Erfüllung hatte das Regime lange versprochen. Jetzt war darauf nicht mehr zu hoffen. Es blieb nur die Sehnsucht selbst – ohne Ziel. Und so erzählt Harlan in diesem deutsche »Vertigo« das ganz um die Phantasien eines Mannes kreist und in dem die Frauen Untote sind, oder Vampire, von Verführung und vom Sieg der Tradition, des Bürgerlichen, der scheinbaren Dekadenz.

Es ist das Melodram des Mannes – um eine Gesunde lieben zu können, muss erst eine Kranke sterben. Das Filmwerk einer Endzeit. Das Angestrengt-Exzessive ist nicht nur großartiges Spektakel und ein letzter Höhepunkt des Verzauberungscharakter des NS-Kinos – es hat auch etwas Hysterisches. Ein Film als die Droge, Nazis auf LSD – auch dies ein Stück deutscher Mentalitätsgeschichte.

Trailer zu »Opfergang«

Pressebilder zu »Opfergang«

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