Sonntag, 13. März 2016

Die Hälfte der Stadt

Deutschland 2015, 86 Min
Regie: Pawel Siczek

Wir freuen uns sehr, den Regisseur Pawel Siczek im Cine k begrüßen zu dürfen!

Chaim Berman kommt 1890 im polnischen Städtchen Kozienice zur Welt. Bereits sehr früh begeistert er sich für Fotografie und lernt sein Handwerk vom eigenen Vater. Bald beginnt er damit, die Bewohner_innen von Kozienice zu porträtieren – es sind Pol_innen, Jud_innen und Deutsche, die hier, weitestgehend friedlich nebeneinander leben. Während sich das politische Klima in den 1930er Jahren verfinstert, kämpft Berman weiter für ein Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und vermittelt, als Stadtrat, immer wieder zwischen den Kulturen und Religionen.

Bis zum Schluss weigert er sich Polen zu verlassen, da er an eine friedliche Lösung glaubt. Diese Haltung wird ihm zum Verhängnis als die Nazis seine Heimat überfallen.

„Die Hälfte der Stadt“ nimmt die Zuschauer_innen mit auf eine Reise durch die Gezeiten eines turbulenten europäischen Jahrhunderts, und erzählt die bewegende Geschichte eines Mannes, dessen Überzeugungen fortschrittlicher waren, als die Welt in der er lebte…

Die Hinterlassenschaft des Fotografen Berman besteht aus fast zehntausend Portraits auf Glasnegativen, die jahrzehntelang unentdeckt blieben. Sie zeigen unbekannte Menschen aus Chaim Bermans Alltag, die Gesichter einer für immer verlorenen europäischen Ära.

„Chaim“ ist hebräisch und bedeutet auf Deutsch „Leben“ – Regisseur Pawel Siczek lässt mit aufwändig gestalteten Animationssequenzen, die durch die Werke des Malers Marc Chagall und die naive Malerei der Kozienicer Region inspiriert wurden, eine längst vergessene Welt wieder lebendig werden. Und die vielen Fotografien sprechen zu uns in ihrer zarten Brüchigkeit von der Kostbarkeit des Lebens.

Pressebilder zu »Die Hälfte der Stadt«

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